


Koalition: Langthaler für Verhandlungen der Grünen mit ÖVP |
| "Ich verstehe sie nicht" |
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Wien (APA) - Die frühere Umweltsprecherin der Grünen, Monika Langthaler, kritisiert die Weigerung ihrer Partei, Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP
zu führen. "Ich verstehe sie nicht", sagt Langthaler in der Donnerstag-Ausgabe des "Kurier". "Die Grünen ziehen sich in den Schmollwinkel zurück." Dafür "habe ich meine Stimme nicht abgegeben".
Langthaler will zwar die Grünen nicht "um jeden Preis" in einer Regierung sehen. Verhandlungen dürften aber nicht kategorisch ausgeschlossen werden - "auch wenn man am Ende d'rauf kommt, dass es kein gemeinsames Programm geben kann". Die Ex-Grün-Abgeordnete glaubt, dass es mit der ÖVP kaum größere Gegensätze als mit der SPÖ gäbe. Zur Festlegung ihrer Partei auf rot-grün sagt Langthaler: "Ich habe es damals bereits als Fehler empfunden, sich auf eine einzige Option einzuschwören." Langthaler sieht mit der ÖVP nicht nur inhaltliche Gemeinsamkeiten wie die Idee der Nachhaltigkeit. "Ich sehe auch Personen wie (Landwirtschaftsminister Wilhelm) Molterer oder den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, denen Umweltthemen wirklich am Herzen liegen und die nicht nur aus Öffentlichkeitsgründen Interesse zeigen." Sie räumt ein, dass die ÖVP durch ihre Koalition mit der FPÖ in der öffentlichen Wahrnehmung einen Rechtsruck vollzogen habe. Dennoch gebe es einen starken christlich-sozialen Flügel, der etwa in Fragen der Entwicklungs- oder Asylpolitik stets offener gewesen sei als die SPÖ. Außerdem würde eine Verweigerung der Grünen den Weg für eine Fortsetzung des kritisierten Weges von schwarz-blau oder von schwarz-rot mit einer Drei-Viertel-Mehrheit ebnen.
Austria Presse Agentur, 27.11.2002
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